HDR Aufnahme

Wie macht man gute HDR Fotos?

HDR-Fotos können auf drei verschiedene Arten erstellt werden. Als direkte Aufnahmen mit einer HDR Kamera, als indirekte Aufnahmen aus einer Belichtungsreihe oder als künstlich erzeugte Computergrafik.

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen die Methode der Belichtungsreihe näher bringen. Da heutige HDR-Bildsensoren und hochwertige Kameras sehr teuer sind ist diese Technik die kostengünstige Möglichkeit HDR-Fotos zu erzeugen.

HDR Fotos mit einer Belichtungsreihe erstellen

Zunächst einmal ist das richtige Motiv die erste Entscheidung die Sie treffen müssen. Da am Ende des Shootings die geschossenen Aufnahmen übereinander gelegt werden können schon kleinste Verwackler hier stören!

Sinn und Zweck von Belichtungsreihen ist es für jeden Bildbereich optimaler weise ein korrekt belichtetes Bild zu erzeugen um somit den gesamten Belichtungsbereich abzudecken. Mittlerweile bieten auch herkömmliche Kameras dies auch bis zu einem gewissen Grad automatisiert an, jedoch werden hier lediglich von dem gewählten Bildausschnitt über und unterbelichtete Aufnahmen erstellt, welche dann zusammengelegt werden. Teure Spezial Kameras erfassen hingegen wirklich den gesamten Bildausschnitt, ermitteln die erforderlichen Zwischenbilder und Verschlusszeiten und nehmen diese in einem Rutsch auf.

Da diese Kameras aber immer noch nahezu unbezahlbar sind muss eine solche Belichtungsreihe vom ambitionierten HDR Fotografen in Handarbeit erstellt werden, was zumeist einiges an Aufwand erfordert.

Manuelle Belichtungsreihe

Zuerst müssen die einzelnen Bildelemente mittels einer Belichtungsmessung ermittelt und daraus die nötigen Zwischenschritte errechnet werden.

Bei einer guten Kamera ist jedoch auch dies relativ einfach zu bewerkstelligen. Am einfachsten gelingt dies indem sie im Programm AV das hellste Bilddetail anvisieren und den angezeigten Wert notieren. Danach suchen sie das dunkelste Bilddetail, wiederholen die Prozedur und dividieren den zuvor ermittelten Kehrwert durch den jetzt angezeigten (z.B. Kehrwert von 1/1000 durch 1/250 Sek = 4). Die dabei herauskommende Zahl ist die Anzahl der Bilder die ihre Belichtungsreihe mindestens umfassen sollte.

Nun muss noch die Blende für das Ausgangsfoto ermittelt werden, dazu fokussieren sie erneut den hellsten Bereich des Bildes. Die hier ermittelte Blende gilt für die gesamte Belichtungsreihe.

Entweder erzeugen sie nun eine Belichtungsreihe mit den eben ermittelten Verschlusszeiten und einfach überschlagenen Zwischenschritten (beim Beispiel eben zB 1/1000; 1/750; 1/500; 1/250), oder falls sie gewisse Details im Bild noch gesondert hervorheben wollen messen sie diese mit der beschrieben Methode ebenfalls noch genau aus. Generell gilt, lieber zu viele als zu wenig Bilder erzeugen.

Unbedingt ist jedoch darauf zu achten das sich die Kamera während einer Belichtungsreihe nicht bewegt, weswegen der Einsatz eines guten Statives und eines Fernauslösers stark empfohlen wird. Sollte kein Fernauslöser vorhanden sein, funktioniert es zur Not auch mit dem Selbstauslöser.

automatische Belichtungsreihe

Die meisten elektronischen Kameras bieten heutzutage die Möglichkeit einer automatischen Belichtungsreihe (AEB).

Diese Funktion kann über das Menü aktiviert werden (wo genau dies im Menu zu aktivieren ist entnehmen sie ihrer Bedienungsanleitung). Ist AEB aktiviert werden automatisch mehrere Aufnahmen nacheinander gemacht (in der Regel drei Aufnahmen: normal belichtet, unterbelichtet, überbelichtet).

Wie weit die Belichtung dabei auseinander liegt kann ebenfalls eingestellt werden. Bei Canon z:B maximal 2 Belichtungsstufen (von -2 bis +2). Es empfiehlt sich die Belichtungsreihe auch mit -2/+2 Belichtungsstufen durchzuführen, da für die Verwendung als HDR Quellmaterial dies in der Regel die für diese Methode besten Ergebnisse liefert.


Bsp. AEB Einstellung bei einer Canon DSRL

Um die benötigten Bilder direkt hintereinander zu schießen empfiehlt sich der Einsatz der Serienbild Funktion bzw. des Serienbild- Selbstauslösers, da somit der Auslöser nur einmal betätig werden muss und sich die Gefahr von Verwacklern deutlich verringert.

Natürlich ist das mit der automatischen Belichtungsreihe zu erzielende Ergebnis weit davon entfernt was mit einer manuellen Belichtungsreihe möglich ist, jedoch ist der Erstellungsaufwand auch drastisch geringer.

HDR Bild erstellen

Uns liegen mindestens 3 unterschiedlich Belichtete Aufnahmen vor aus denen wir ein HDR Bild erzeugen möchten.

Diese Bilder müssen nun mit einer Bildbearbeitungssoftware zusammengesetzt werden um ein Bild zu erhalten in dem ein hohen Kontrastumfang abgebildet wird.

Im folgenden werden drei Möglichkeiten Exemplarisch vorgestellt wie ein HDR Bild aus einer Belichtungsreihe erstellt werden kann:

HDR mit Photomatix erstellen
In Photomatix wird der Punkt „Belichtungsreihe laden“ angewählt und die Bilder die zu der Belichtungsreihe gehören im folgenden Dialog ausgewählt. Nach dem bestätigen der Bilder erscheint ein neuer Dialog, in dem eingestellt werden kann wie mit Wacklern, Geisterbildern und der Bildbelichtung verfahren werden soll. Photomatrix versucht nun die Bilder dementsprechend anzupassen und möglichst passgenau übereinandere zu legen (was bei nur leichten Verwacklern auch in der Regel gut gelingt).

Es wird nun von Photomatix automatisch ein HDR zwischenbild erzeugt, was bereits alle Bildinformationen enthält (die allerdings wie oben beschrieben auf einem normalen Monitor derzeit gar nicht ab bildbar ist).

Um ein verwendbares HDR Bild zu erzeugen wird nun der Punkt „Tone Mapping“ gewählt. In dem nun erscheinen Fenster kann entweder aus einem Set an Vorlagen ausgesucht werden wie der Farb und Kontrastumfang des HDR Bildes verrechnet werden soll, oder es wird im detail einzeln eingestellt. Die Möglichkeiten die Photomatrix hier bietet sind sehr umfangreich.

Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, so wird der Punkt „Erstellen“ ausgewählt und nachdem das Bild entsprechend der eben eingestellten Vorgaben von dem Programm „belichtet“ wurde, muss es im nächsten Schritt nur noch abgespeichert werden. Fertig ist das HDR Bild.


HDR mit Photoshop erstellen (Automatik)
Die mit Abstand einfachste Möglichkeit aus der Belichtungsreihe ein HDR zu erstellen ist mit Hilfe von Photoshop (ab Version CS2), allerdings hat man auch nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten das Ergebnis zu beeinflussen.

Unter dem Punkt „Datei -> Automatisieren -> Zu HDR zusammenfügen“ werden die Bilder ausgewählt die zusammengefügt werden sollen.

Im nächsten Schritt (nachdem Photoshop eine Weile gerechnet hat) erhält man eine Vorschau wie das HDR-Bild aussehen wird. Mit Hilfe eines Schiebereglers auf der rechten Seite kann man den Weißpunkt des Bildes noch verändern. Die Änderungen werden sofort angezeigt. Anschließend können noch ebenfalls per Schiebregler die Belichtungs und Gamma-Einstellungen vorgenommen werden. Nach der Bestätigung der Einstellungen per "OK" ist das HDR-Bild fertig und muss nun nur noch gespeichert werden.